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Was ist ein Volltilgerdarlehen


Eine Baufinanzierung kommt immer dann zum Tragen, wenn eine Immobilie erworben, gebaut oder saniert werden soll, die eigenen verfügbaren Mittel jedoch mit Fremdkapital aufgestockt werden müssen. Zum Eigenkapital gehören Guthaben als Bargeld oder Sparguthaben, Anlagevermögen, Wertpapiere oder auch die Eigenleistung, Fremdkapital bezeichnet die Mittel, die beispielsweise von Banken und Sparkassen, Bausparkassen, Versicherungen, Förderinstituten und anderen zur Verfügung gestellt werden. Zu der am häufigsten gewählten Finanzierungsvariante gehören Annuitätendarlehen. Die monatliche Rate setzt sich aus einem Tilgungs- und einem Zinsanteil zusammen, die Rate bleibt während der Rückzahlphase in gleicher Höhe, wobei sich im Verlauf der Rückzahlung das Verhältnis von Zinsen und Tilgung verschiebt. Ein Variante des Annuitätendarlehens ist ein sogenanntes Volltilgerdarlehen. Die monatliche Rate setzt sich ebenfalls aus einem Tilgungs- und einem Zinsanteil zusammen und die Rate bleibt während der Rückzahlphase in gleicher Höhe.

Der wesentliche Unterschied zu einem klassischen Annuitätendarlehen liegt jedoch darin, dass der Tilgungs- und der Zinssatz für die gesamte Laufzeit fest vereinbart werden, während der Zinssatz bei klassischen Annuitätendarlehen nur für einen bestimmten Zeitraum fest vereinbart und nach Ende der Zinsbindungsfrist neu verhandelt wird. In der Regel werden für Volltilgerdarlehen Laufzeiten zwischen zehn und zwanzig Jahren vereinbart, die Höhe des Tilgungssatzes ergibt sich aus der vereinbarten Laufzeit. Das bedeutet wiederum, dass das Darlehen umso schneller zurückbezahlt wird, je kürzer die Laufzeit vereinbart wird, allerdings steigt damit auch die monatliche Belastung. Um beispielsweise ein Darlehen innerhalb von zwanzig Jahren zurückzubezahlen, liegt die Tilgungsrate bei drei Prozent, bei einem Darlehen mit einer zehnjährigen Laufzeit bei acht Prozent. Die Vorteile eines Volltilgerdarlehens liegen darin, dass für die gesamte Laufzeit Kalkulationssicherheit gegeben ist, da sowohl der Zinssatz als auch die Ratenhöhe unverändert bleiben. Allerdings eignet sich ein Volltilgerdarlehen nur für die Finanzierungsnehmer, die eine höhere monatliche Rate schultern können.

Die Baufinanzierungen, in deren Rahmen unterschiedliche Varianten von Darlehen miteinander kombiniert werden, in die Gruppe der Kombidarlehen. Dabei besteht die Absicht eines Kombidarlehens in erster Linie darin, ein möglichst hohes Maß an Flexibilität mit größtmöglicher Sicherheit und finanziellen Vorteilen zu verbinden. Allerdings sind nicht alle Kombinationen tatsächlich für jeden Finanzierungsnehmer dann auch mit finanziellen Vorteilen verbunden. Zu den recht häufig gewählten Kombidarlehen gehören Baufinanzierungen, die ein klassisches Hypothekendarlehen mit einem Bausparvertrag kombinieren. Dabei basiert die Finanzierung auf einem endfälligen Darlehen und einem zeitgleich abgeschlossenen Bausparvertrag in Höhe der Darlehenssumme. Während der Rückzahlphase setzt sich die Rate aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen, wobei der Finanzierungsnehmer mithilfe des Zinsanteils die Zinsen begleicht. Zeitgleich wird der Tilgungsanteil im Rahmen des Bausparvertrages angespart und dieser zum Zeitpunkt der Zuteilung verwendet, um das Hypothekendarlehen durch eine einmalige Zahlung zu tilgen. Im Anschluss daran erfolgt die Rückzahlung des Bauspardarlehen.
 
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